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17.11.2009 16:29 Alter: 2 yrs

Kostet Bahnfahren in der Schweiz bald mehr

Kategorie: NEWS

Die Preise fürs Bahnfahren in der Schweiz sollen in den nächsten Jahren deutlich angehoben werden. Unter anderem sollen die Kunden bald den Ausbau des Schienennetzes mitfinanzieren. Bis jetzt wird dies vom Bund übernommen.

Verschiedene Medien berichteten von geplanten Preisaufschlägen bei der Bahn. Das Departement von Moritz Leuenberger prüft die Möglichkeit der Preisaufschläge. Die Schweizer sind eine Nation von Bahnfahrer. In kaum einem anderen Land weltweit legt jeder Bürger soviele Bahnkilometer zurück wie in der Schweiz. Gerade in den letzten Jahren hat die Anzahl Pendler deutlich zugenommen. Die Züge sind überfüllt, das Bahnnetz laut SBB am Grenze der Kapazität. Doch der Ausbau der Infrastruktur ist teuer. Nun sollen sich daran auch die Bahnkunden beteiligen. Schliesslich ist das Autofahren in der Schweiz deutlich teurer. Rechnet man alle Kostenfaktoren zusammen, so kommt man laut Touring Club auf Kosten in Höhe von 11600 Franken  pro Jahr. Soviel gibt jeder Automobilist jährlich für sein Auto aus. Darin eingeschlossen ist der Autokauf, Bezin, Reperaturen, Versicherungen und Parkgebühren. Die zurückgelegten durchschnittliche Kilometeranzahl beträgt 15000 Kilometer. Für jeden Autokilometer bezahlt man in der Schweiz damit etwas unter einem Franken. Deutlich billiger ist es mit der Bahn unterwegs zu sein. Ein Generalabonnement in der zweiten Klasse kostet pro Jahr 3100 Franken. Darin eingeschlossen sind unbegrenzt viele Kilometer. Der Bahnkunde kann mit seinem GA so oft und soweit fahren wie er möchte. Der Tagesanzeiger hat ausgerechnet, dass ein Pendler der von Bern nach Zürich zur Arbeit fährt. Etwa dreimal soviel Kilometer im Jahr zurücklegt als der durchschnittliche Autofahrer in der Schweiz. Oder anders ausgesprochen. Ein Berufspendler auf der Strecke Zürich-Bern fährt dreimal so weit zu etwa einem drittel der Kosten. Natürlich muss dabei nicht ausser acht gelassen werden, dass Bahnfahren nicht nur ökonomisch sondern auch ökologisch sind macht und deshalb durchaus gefördert werden soll. Vergleicht man die Ticketpreise mit den europäischen Nachbarländern wird klar dass die SBB über ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis verfügt.

Infrastruktur der Bahn kostet

Die Verlagerung von Passagieren und Fracht von den Strassen auf die Schienen ist politisch gewollt und deshalb stark subventioniert. Der Staat übernahm bis jetzt die Kosten für den Ausbau der Bahninfrastruktur. Nun ist das Verkehrsdepartement allerdings auf der Suche nach neuen Finanzquellen. Erste Ergebnisse sollen im nächsten Frühling präsentiert werden. Laut Medienberichten sind zur Zeit mehrere Möglichkeiten denkbar. So könnte eine Mehrwertsteuer-Erhöhung für den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden. Auch denkbar ist eine Erhöhung der Anteile an der leistungsabhänigigen Schwerverkehrsabgaben, die zur Zeit zu einem Drittel an die Kantone fliesst. Und nicht zuletzt wird über eine Preiserhöhung bei den Bahntickets nachgedacht. Laut der ?SonntagsZeitung? ist eine Erhöhung von 6 oder 7 Prozent denkbar. Dieser Aufschlag entspricht etwa einem Rappen pro gefahrenen Kilometer und würde nach Schätzungen zu jährlichen Mehreinnahmen in Höhe von zwischen 300 und 600 Millionen Franken führen. Das Uvek möchte sich zu den Zahlen in der Presse nicht äussern. Erklärte allerdings, dass eine solche Erhöhung mit Sicherheit vom Volk abgesegnet werden müsste, da der Fonds zur Finanzierung des öffentlichen Verkehrs in der Verfassung verankert ist. Bei den meisten Politikern stösst die Idee der Preiserhöhung auf Zustimmung. So erklärte beispielsweise der Glarner SVP-Mann This Jenny gemäss dem Tagesanzeiger ?Wer neue Strecken und Tunnels befahren will, soll auch mehr bezahlen?Er ist überzeugt, dass die Bahnkunden bereit sein werden für das stark ausgebaute Angebot der SBB einen entsprechenden Preisaufschlag in Kauf zu nehmen. Auch Gabi Huber von der FDP begrüsst die stärkere Belastung der Bahnfahrer, sie glaubt nicht, dass daswegen vermehrt Pendler wieder auf das Auto umsteigen werden. Schliesslich seien die Strassen überfüllt, das werde sich kaum ein Pendler antun. Es gibt  allerdings auch kritisce Stimmen. So etwa von Andrea Hämmerle von der SP. Der Büdner Politiker findet ein Preisaufschlag von 7 Prozent viel. Er findet es wichtig auch andere Einnahmequellen miteinzubeziehen und klar zu kommunizieren. Auch viele Wissenschaftler halten eine Preiserhöhung für akzeptabel. So beispielsweise der Der Verkehrsexperte Ulrich Weidemann. Er ist überzeugt, dass die Bahnkunden einen Preisaufschlag für den Netzausbau und  neue Züge tolerieren würden.